Nella Larsen
Seitenwechsel
Als Schwarze Person als weiß »durchgehen« – das bezeichnet der englische Begriff Passing. Der Kultroman mit diesem Titel aus den 1920er Jahren, von der Schwarzen Autorin Nella Larsen, wurde nun vom Dörlemann Verlag, in der (erst) 2011 erschienenen deutschen Übersetzung, neu aufgelegt: Zwei hellhäutige Schwarze Kindheitsfreundinnen, die im Amerika der Rassentrennung jeweils einen vollkommen anderen Lebensansatz verfolgen, begegnen sich nach 12 Jahren erneut. Clare hat einen weißen Mann geheiratet, dem sie ihre Herkunft verheimlicht, während Irene weiterhin im afroamerikanisch geprägten New Yorker Stadtteil Harlem lebt. Clare liebt das Risiko, während Irene nach größtmöglicher Sicherheit strebt. Schon bald entwickelt sich eine gefährliche Dynamik.
Sprachlich meisterinnenhaft, setzt sich Nella Larsen nicht nur mit Rassismus und Klasse in den USA der Goldenen Zwanziger auseinander, sondern auch damit, was es bedeutet, Frau, Freundin und Mutter zu sein. Dieser Roman verdient zurecht seinen neu gefundenen Platz im literarischen Kanon des 20. Jahrhunderts und hat an Aktualität erschreckend wenig verloren.
Rosita Meßmer
Aus dem Englischen von Adelheid Dormagen
Dörlemann , gebunden , 224 Seiten
22.00 €
978-3-03820-198-4
21.05.2026
Seitenwechsel
Als Schwarze Person als weiß »durchgehen« – das bezeichnet der englische Begriff Passing. Der Kultroman mit diesem Titel aus den 1920er Jahren, von der Schwarzen Autorin Nella Larsen, wurde nun vom Dörlemann Verlag, in der (erst) 2011 erschienenen deutschen Übersetzung, neu aufgelegt: Zwei hellhäutige Schwarze Kindheitsfreundinnen, die im Amerika der Rassentrennung jeweils einen vollkommen anderen Lebensansatz verfolgen, begegnen sich nach 12 Jahren erneut. Clare hat einen weißen Mann geheiratet, dem sie ihre Herkunft verheimlicht, während Irene weiterhin im afroamerikanisch geprägten New Yorker Stadtteil Harlem lebt. Clare liebt das Risiko, während Irene nach größtmöglicher Sicherheit strebt. Schon bald entwickelt sich eine gefährliche Dynamik.
Sprachlich meisterinnenhaft, setzt sich Nella Larsen nicht nur mit Rassismus und Klasse in den USA der Goldenen Zwanziger auseinander, sondern auch damit, was es bedeutet, Frau, Freundin und Mutter zu sein. Dieser Roman verdient zurecht seinen neu gefundenen Platz im literarischen Kanon des 20. Jahrhunderts und hat an Aktualität erschreckend wenig verloren.
Rosita Meßmer
